Die gelbe Tonne kommt

Mit 10:3 Stimmen empfahl der Kreisumweltausschuss dem Kreistag zu beschließen, dass die Verwaltung mit dem Dualen System

Bild mit fünf Mülltonnenin Verhandlungen eintritt, mit dem Ziel, dass die Gelbe Tonne eingeführt werden kann. Dem Empfehlungsbeschluss ging eine mehrstündige Debatte voraus, weil die vorher präsentierten Daten der Bürgerbefragung unterschied
lich interpretiert wurden. Die Bürgerbefragung war vom Marktforschungsinstitut L.Q.M. durchgeführt worden. Bereits die Debatte um Durchführung einer telefonischen Bürgerbefragung war lange und intensiv geführt worden. Es war damals immer wieder argumentiert worden, dass keine repräsentative Aussage möglich sei, wenn rund 1000 zufällig ausgewählte Bürger am Telefon befragt würden. Frau Kerber vom L.Q.M. sicherte damals aussagekräftige Daten zu und sie sollte Recht behalten.

Es haben nämlich auch rund 1000 Bürger freiwillig angerufen und ihre Meinung kundgetan oder waren sogar zu Interviews bereit. Rund ¾ der zufällig ausgewählten Bürger sprachen sich für die Einführung der Gelben Tonne aus. Während rund die Hälfte die Gelbe Tonne forderte, waren weitere 20-25 % bereit diese zu akzeptieren. Nur eine Minderheit von unter 10 % lehnte die Gelbe Tonne strikt ab.
Bei den Bürgern, die freiwillig angerufen hatten, war das Bild fast identisch. Auch hier befürworteten rund ¾ der Anrufer die Gelbe Tonne. Für Frau Kerber ein eindeutiger Beweis dafür, dass die Telefonbefragung realistische Zahlen liefert. Sie wies darauf hin, dass sehr viele Bürger in den Interviews die Situation an den Wertstoffhöfen bemängelt haben. Hier sollten Verbesserungen, was Öffnungszeiten und Verkehrssituation angeht, durchgeführt werden.

Die Mehrheit der Ausschussmitglieder fühlte sich in ihrer bisherigen Einschätzung der Wünsche der Bevölkerung bestätigt und wollen nun die Umstellung vom bisherigen Bringsystem auf ein Holsystem, sprich Tonne, für Leichtverpackungen, sowie Alu und Weißblech einführen.Klargestellt wurde auch, dass die Gelbe Tonne vom Dualen System bezahlt werden muss, da bereits beim Einkauf die Kosten hierfür durch den Grünen Punkt von den Käufern bezahlt würden.
Nur der bisherige Kostenanteil von rund 250.000,- € für die Nutzung der Wertstoffhöfe würde wegfallen, was aber bei einem Gebührenaufkommen von rund 8 Mio. € für die Entsorgung von Müll nicht besonders ins Gewicht fallen dürfte.

Die Verhandlungen mit dem Dualen System werden allerdings nicht sofort stattfinden können. Der Grund hierfür ist, dass der Landkreisverwaltung bisher kein zuständiger Verhandlungspartner benannt wurde. Herr Michael Haas formulierte es so: "Wir sind bereit zum Dialog, befinden uns aber noch im Monolog."

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